How to: Mit einem Reiserad fliegen

Wer eine Radreise fernab der Heimat beginnt, stößt zwangsläufig auf des Thema Transport. Die Herausforderung besteht darin, Rad und Gepäck möglichst kostengünstig und unbeschädigt ans Ziel zu bringen. Die Möglichkeiten sind zahlreich – ich habe das Problem wie folgt gelöst.

Rad

Fluggesellschaften bieten in der Regel an, Fahrräder als Sport- beziehungsweise Sperrgepäck zu transportieren, ähnlich wie Surfboards oder Tauchausrüstung. Die Kosten variieren je nach Anbieter und Strecke, betragen meist aber weniger als 100€. Condor verlangt für den Transport auf Langstreckenflügen bei Onlinebuchung 69,99€. Unterschiede existieren vor allem bei den zulässigen Packmaßen und Verpackungsvorschriften. Condor erlaubt maximal 200cm Länge, 80cm Höhe und 40cm Breite. Für gewöhnlich müssen Fahrräder in einem Koffer oder Karton verpackt sein. Anschaffungskosten und die Problematik der Aufbewarung während der Reise lassen Radkoffer ausscheiden. Ein ausreichend großer Karton lässt sich in der Regel beim lokalen Radhändler gegen ein kleines Trinkgeld organisieren. Beim Verpacken bin ich folgendermaßen vorgegangen (diese Anleitung hat mir dabei geholfen):

  • Lenker querstellen oder bei Bedarf abnehmen und mit Kabelbindern am Rahmen fixieren
  • Die Schrauben der Lenkerhörnchen leicht lösen, damit diese möglichen Krafteinwirkungen von außen ausweichen können und so stellen, dass sie die Bremshebel schützen
  • Sattel abnehmen und sicher im Karton verstauen
  • Pedale abmontieren, im Karton verstauen oder an den Innenseiten der Kurbel montieren (dadurch lässt sich das Rad nicht mehr rückwärts schieben)
  • Bei Bedarf Vorder- und Hinterrad entnehmen und im Karton verstauen; bei mir hat es gereicht, das Vorderrad zu entnehmen; je mehr Räder drin bleiben desto besser lässt sich das Gefährt zum Flughafen transportieren
  • Einige Fluglinien verlangen, dass die Luft aus den Rädern gelassen wird; bei Condor hatte ich damit keine Probleme
  • Das Fahrrad in den Karton heben
  • Noch montierte Räder durch eine Aussparung in der Unterseite des Kartons freilegen, damit das Rad geschoben oder gezogen werden kann; erleichtert den Transport zum und am Flughafen extrem
  • Den Karton mit Kabelbindern so am Rahmen fixieren, dass er beim schieben nicht am Boden schleift; können bei Bedarf vor der Gepäckaufgabe wieder entfernt werden
  • Alles mit Verpackungsmaterial fixieren, polstern und verschließen


Gepäck

Condor erlaubt seinen Pasagieren, das Freigepäck auf beliebig viele Gepäckstücke aufzuteilen. Dementsprechend habe ich meine Fahrradtaschen von Ortlieb ohne spezielle Umverpackung einzeln aufgegeben. Einziges Problem: laut den Sicherheitsbestimmungen dürfen in Flugzeugen keine Gaskartuschen für Campingkocher transportiert werden. Einzige Möglichkeit ist also, diese nach Ankunft am Zielort zu besorgen. In Costa Rica viel es mir unerwartet schwer, eine passende Kartusche zu finden. Abhilfe kann ein Adapter schaffen, mit dem auch andere Kartuschensysteme verwendet werden können (Tipp von Warmshowerhost Dylan).

Bike boxing from a_wonderwall on Vimeo.

Verpacktes Fahrrad mit fancy Beschriftung
Unbeschädigte Ankunft am Sperrgepäckband in San José
Gepäck, Rad, Zack fertig: heißer Schlitten

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